Kirche Döbra

Aktuelle Baustelle: Wiederaufstellung barocker Kanzelaltar

Es ist geschafft! Zahlreiche Spenden haben geholfen, die Finanzierungslücke für die Wiederaufstellung des Döbraer Altars zu schließen. Bleibt zu hoffen, dass die Bauarbeiten nicht teurer werden als nun veranschlagt.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht in erster Linie an alle Spender! Direkt danach sei aber sowohl dem Denkmalschutz als auch unserer Landeskirche für die bemerkenswerte Unterstützung bei diesem Projekt gedankt.

Wer in den vergangenen Wochen in Döbra in der Kirche war, konnte bereits dem Wachsen des alten Altars zusehen: Nachdem im November bereits Gottesdienst vor der alten Predella gefeiert werden konnte, waren im Dezember bereits die Seitenteile mit den vier Evangelisten links und rechts neben der Kanzel zu sehen. Und: Es wurde Gottesdienst unter einem Baugerüst gefeiert, das bereits ein weiteres Wachstum des Altars ankündigte.

Über die Kirche

Die evangelische Pfarrkirche von Döbra ist eine kleine, auf einer Anhöhe gelegene Saalkirche. Sie wurde wohl bereits im 14. Jh. erbaut; die Gruppe der drei schmalen, lanzettförmigen Fenster an ihrer Ostseite dürfte noch aus dieser Zeit stammen. 1592 wurde im Westteil eine Empore eingebaut und weitere Fenster an den Seitenwänden ausgebrochen. Im 18. Jh. nahm man nochmals Umbauten vor; so ersetzte man den gotischen Flügelaltar durch einen barocken Kanzelaltar.

Mittelalterliche Wandmalereien

Bei Sanierungsarbeiten im Jahre 1981 entdeckte man einen ganz besonderen Schatz: Wandmalereien vom Anfang des 15. Jahrhunderts, wie sie in dieser Region einzigartig sind. Die Gemälde befinden sich an der Nord- und Südwand der Kirche und wurden zwischen 1987 und 1994 nach jahrhundertelangem Dornröschenschlaf unter dicker Tünche wieder freigelegt. In einzelnen, durch rote Umrahmung voneinander getrennten Feldern zeigen sie eine monumentale Christophorus-Darstellung, 18 vollständige und einige fragmentarische Bilder zu Szenen der Lebens- und Passionsgeschichte Christi – darunter eine große Kreuzigung – sowie sechs Bilder zu Legenden um den Heiligen Georg. lm »Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler« (DEHIO) wird die »für die Zeit ungewöhnliche, sehr differenzierte Charakterisierung der gezeigten Personen« hervorgehoben. […]

Auch die drei Glocken (1415, 1564 und 1686) haben bereits ein ehrwürdiges Alter; wie durch ein Wunder entgingen sie dem im letzten Krieg beabsichtigten Einschmelzen. Der schöne barocke Orgelprospekt stammt aus der Dörnthaler Kirche und beherbergt heute eine Jahn-Orgel von 1925.

(Informationen unter Über die Kirche mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers übernommen aus: »Kirchen in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz«, Tourismusverband Sächsische Schweiz e. V. (Hrsg.), Bad Schandau, 2002)